Begegnung in einem Raum ohne Sprache

(Lesedauer ca. 2 Minuten)

Intensiv-Therapie-Tag mit vertiefter Selbsterforschung und Selbsterfahrung: ein Gruppenprozess mit Kommunikation ohne Worte

Dieser Workshop macht so viel Spaß und ermöglicht so viele Einsichten, dass ich schon aufgefordert wurde, ein Abo dafür einzurichten. Ob Neueinsteiger oder Wiederholer: Jeder wird eine besondere Erfahrung machen, die wohl nur hier möglich ist.

Arbeitsformen

In dieser Selbsterfahrungs- und Therapiegruppe arbeiten wir mit nicht-sprachlichen Kommunikationsformen:

Mit Körperausdruck und Augen- und Körperkontakt, mit Stimme ohne Worte, mit einfachen Instrumenten wie Rasseln, Trommeln, Pfeifen etc. (Orff‘sche Instrumente) und ggf. Malen.

Es gibt im Ablauf der Gruppe Zeiten, in denen wir uns in gemeinsamen Runden auf nur je einen Teilnehmer fokussieren und dann wieder Zeiten von „freiem Dasein“, in denen jeder mit dem Raum, mit sich selbst und mit den anderen experimentieren kann. Ich leite bestimmte Erfahrungsmöglichkeiten an und lade zu nonverbalen Experimenten ein.

Als grundsätzliche Haltung der Teilnehmer empfehle ich, die individuelle Komfortzone gelegentlich ein wenig zu verlassen. Hierbei ist es aber wichtig, behutsam mit sich selbst umzugehen. Vielleicht will man neugierig etwas erforschen und dreht seinen Regler von „7“ auf „8“ und wieder zurück, aber nicht gleich auf „50“. 

Ich empfehle auch eine Haltung des „WuWei“ – nichts machen und nichts wegmachen, um offen mit dem umzugehen, was gerade ansteht. Dieses Konzept erkläre ich noch ausführlich im Workshop.

Was Du erwarten kannst

Dieser Workshop bietet eine Möglichkeit zur intensiven Selbsterforschung. Da Sprache oft zum Verstecken und Verschleiern genutzt wird, wird hier ein Rahmen geschaffen, der es ermöglicht, sich in seinem Inneren tiefer zu spüren und zu erkennen. Der sprachfreie Raum ist in diesem Prozess von einer besonderen Behutsamkeit gekennzeichnet. Das schließt auch humorvolle, provokative und überraschende Wendungen ein. Es können von jedem ganz eigene Forschungsthemen unter die Lupe genommen werden. Ein Thema muss aber keiner mitbringen. Es wird sich während der Teilnahme am Geschehen spielerisch eine Richtung ergeben.

Nach einer lebendigen und prozessorientierten Gruppenphase ohne Sprache über einige Stunden (die zeitweise durchaus laut sein kann) werden wir die Erlebnisse im Gespräch miteinander teilen und verstehen. Dann können wir auch noch einiges vertiefen.

Die Erfahrung, die in diesem Raum möglich ist, kann sehr tiefgreifend sein. Daher sollten die Teilnehmer darauf gefasst sein, dass sich einige emotionale Schichten ausfächern, und bereit sein sich auf intensive Prozesse einzulassen.

Bei Fragen sprich mich/sprechen Sie mich gerne an!

Ablauf

Diese non-verbale Therapiegruppe findet statt am:

19.03.2022
10:00 – ca. 18:00 Uhr

Ankommen und Einführung, Kennenlernen ohne Sprache, Innere Themen erforschen, Interaktionen ohne Sprache, Abschluss mit einem Gespräch, um Erfahrungen zu teilen oder auch aufzuarbeiten.

Gemeinsames einfaches Mittagessen, das jeder für sich mitbringt, und eine Zeit der Ruhe.

Der Workshop richtet sich an Patienten und Klienten, die mir bekannt sind.

Kosten: Teil der laufenden Therapie oder 120,-€

Verbindliche Anmeldung bitte mit Mail an mich.

Covid-19-Information

Die Gruppe wird unter den dann aktuellen Corona-Bestimmungen durchgeführt. In Arztpraxen besteht keine Zugangsbeschränkung für Patienten, egal ob geimpft, genesen, getestet oder nicht. Eine Impfung ist keine Zugangsvoraussetzung für diesen Intensiv-Therapie-Tag.

Es werden Methoden verwendet, die es nicht zulassen, eine Maske zu tragen.

Zehn Alltagsmaßnahmen gegen Depression

(Lesedauer ca. 4 Minuten)

Psychotherapie oder Medikamente – das sind bei weitem nicht die einzigen Möglichkeiten, etwas gegen Depression zu unternehmen. Und noch nicht einmal die wirksamsten! Hier liste ich einige leicht umsetzbare Techniken auf, die sich in (fast) jeden Alltag einfügen lassen.

Was gegen Depressionen hilft

Wirksamkeitsnachweise für Therapien bei Depressionen gibt es für Psychotherapie (egal welche Sorte) und für Antidepressiva, also Medikamente. Damit möchte ich mich hier nicht beschäftigen.

Sondern ich möchte ein paar Vorschläge für Selbstmanagement-Techniken machen, die sich allesamt als wirksam gegen Depressionen erwiesen haben. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung zur manchmal notwendigen professionelle Hilfe, wirken aber auch einfach für sich und das sogar vorbeugend!

Alle diese Methoden habe ich selbst ausprobiert und kann sie wärmstens empfehlen.

Da dies hier kein wissenschaftlicher Artikel ist, habe ich auf allzu viele Literaturhinweise verzichtet. Der jeweilige Forschungshintergrund kann aber meist in wenigen Augenblicken im Netz gefunden werden.

1 Leichtes Ausdauertraining von 30 min am Tag

Bewegung, wenn sie nicht übertrieben wird, scheint ja gegen fast alle Erkrankungen zu helfen: Gegen Krebs, gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gegen Stoffwechselerkrankungen, gegen orthopädische Beschwerden, gegen Immunschwäche.

Nun also auch noch gegen Depression (und Ängste). Dabei ist ein moderates Bewegungsprogramm ausreichend. Eine halbe Stunde schnelles Gehen, am besten an der frischen Luft, oder eine entsprechend andere Ausdauertätigkeit genügen vollauf.

Diese 30 min Bewegung sind laut Forschung antidepressiv wirksam.

Mich überrascht das nicht sonderlich: Zur artgerechten Haltung des Menschen gehört nun einmal Bewegung. Unsere gesamte Anatomie und Physiologie sind auf Bewegung und gelegentliche Anstrengung ausgerichtet. Klar, dass es uns schlecht geht, wenn wir gegen unsere Natur handeln!

2 Dankbarkeitstagebuch

Das Dankbarkeitstagebuch wurde als Glückstagebuch 1998 eingeführt und hat sich seither als die wohl erfolgreichste einzelne Maßnahme zur Besserung des seelischen Wohlbefindens gemausert.

Du nimmst dir jeden Abend einige Minuten Zeit, 5 Situationen oder Erfahrungen des Tages aufzuspüren, für die du dankbar warst oder jetzt bist. Diese Erfahrungen schreibst du in dein Dankbarkeitstagebuch. Sie müssen nichts besonderes sein: Eine Tasse Tee mit der Freundin oder die Beobachtung einer Katze reichen aus. Das wichtigste dabei ist die Achtsamkeit, also die gefühlte Hinwendung zu dieser Erfahrung. Es hilft, die Freude, Anregung, Berührung oder Dankbarkeit wirklich zu spüren und sich dafür ein paar Augenblicke Zeit zu nehmen.

3 Körperliche Berührung

Es ist wunderbar, zu einer Massage zu gehen. Oder irgendeine andere Form körperlichen Kontaktes aufnehmen. Wie z.B. Umarmen, Kuscheln oder Paartanz. Allein die Berührung hilft schon, sogar wenn es eine professionelle Berührung ohne persönliche emotionale Bindung ist.

Wir haben am ganzen Körper sogenannte C-taktile Neurone, vor allem aber am Rücken. Sie reagieren auf sanften Druck und langsames Streicheln und werden bei einem Temperaturoptimum im Bereich der Hauttemperatur – also von warmen Händen – besonders stimuliert. Dabei lösen sie ein Wohlgefühl aus und sind völlig unabhängig von den sonstigen Hautnerven. Unter anderem können sie sich auch bei körperlichen Schmerzen sehr günstig auswirken. Zumindest teilweise wirken sie über die Ausschüttung von Oxytocin.

4 Tageslichtlampe

Stimmung ist lichtabhängig. Lange wurde diskutiert, ob Lichttherapie nur bei saisonaler Depression („Winterblues“) hilft. Inzwischen ist klar: Jede Depression reagiert vorteilhaft auf Licht, und Licht hilft auch vorbeugend.

Die Empfehlung lautet, morgens 30 min vor einer sehr hellen Lampe – eben einer Tageslichtlampe – zu sitzen und zu lesen oder zu frühstücken. 10000 Lux machen sich bestens, und das Netz ist voller preisgünstiger Angebote (früher gab es nur medizintechnisch zertifizierte Lampen für 1000,-€!).

5 Singen

Musizieren ist antidepressiv wirksam – oder einfach: macht glücklich. Das gilt für alle Instrumente. Aber Singen toppt alle andere Formen des Musizierens, wenn es ums Wohlgefühl geht. Vielleicht liegt es am persönlichen und intimem Ausdruck? An der Vibration? Am Atemrhythmus?

Wie auch immer: Leute, geht in den Chor oder brummt zur Gitarre!

6 Schlafentzug

Jetzt wird es schon ein wenig medizinisch. Seit sehr langer Zeit ist bekannt, dass eine der besten Möglichkeiten, sich für einen Tag aus einer Depression herauszukatapultieren, der Schlafentzug ist. Dabei muss man ab Mitternacht die ganze Nacht verhindern, auch nur kurz einzuschlafen. Am nächsten Tag ist man nicht mehr depressiv, und diese Methode wird in Psychiatrien eingesetzt, weil das zuverlässig funktioniert und man sehr kranken Patienten damit einmal eine gute Stimmungserfahrung verschaffen kann. Bei sehr depressiven Menschen wird allerdings nach der dann notwendigen Schlafnacht die Stimmung wieder einbrechen – weswegen man den Schlafentzug manchmal jede 2. oder 3. Nacht wiederholt.

7 Sex

(Steht hier nicht an Nummer 7, weil es schlechter hilft als die anderen Vorschläge!)
Sex führt zu einem wunderbaren antidepressiv wirksamen Cocktail an Botenstoffen und Hormonen mit den klangvollen Namen Dopamin, Serotonin und Oxytocin. Haut und Wärme und Entspannung – egal, was ich jetzt aufliste, greift sowieso zu kurz, das Erleben zu beschreiben. In jedem Fall wird die Stimmung besser, und nicht nur das lädt zur regelmäßigen Wiederholung ein.

8 Haustier

Ein Haustier zu halten hat viele positive Wirkungen. Nur eine davon ist die Stimmungsaufhellung. Ein Haustier hilft gegen chronischen Schmerz, gegen Einsamkeit und gegen Immunschwäche. Ob es am Streicheln liegt? An der tierischen Zuwendung? An der Sorge, die man für ein Tier aufbringen muss? An allem zusammen?

Auch der Besuch eines Streichelzoos, die Teilnahme einer Alpaca-Wanderung oder ein Ausritt gehören zu dieser Alltagsmaßnahme gegen Depressionen.

9 Meditation oder Achtsamkeitsübungen: Mindfulness-Techniken

Die Hinweise und Belege sind unzählbar. Für jeden ist da etwas dabei: Yoga oder achtsame Spaziergänge, Zen oder Mandala malen. Durch Achtsamkeit werden auch andere Maßnahmen aufgewertet. Joggen z.B. hilft besser gegen Depression, wenn es achtsam geschieht, also mit gezielter Wahrnehmung der Umgebung und des Körpers (anstatt mit Kopfhörern zu laufen). Die Belege sind so stark, dass Gesundheitswissenschaftler empfehlen,(nicht-religiöse) Meditation in der Schule zu lehren, um der Epidemie „Depression“ Einhalt zu gebieten.

10 Natur

Eine Naturerfahrung hilft für bessere Stimmung. Der Kontakt mit den Elementen Luft, Wasser und Erde, der Kontakt mit allen Sinnen zu dem, was um einen herum vorgeht und das Gefühl von Ehrfurcht, das einen im Naturkontakt ergreifen kann, wirken sehr positiv. Manchmal reicht es schon, sich die Zeit zu nehmen, an einem Baum hoch zu sehen. Waldbaden und durchatmen, sich spüren und sich als Teil der Natur zu erleben.