Gruppentherapie

Gruppentherapie findet derzeit dienstags, mittwochs und donnerstags
17:45 – 19:25 Uhr statt.

Gruppentherapie kann auch mit Einzeltherapie kombiniert werden.

Ist Gruppentherapie wirksam?

Gruppenpsychotherapie ist nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen die wirksamste aller psychotherapeutischen Behandlungsformen. Sie ist oft besser als Einzelpsychotherapie und selten die schlechtere Alternative.

Gruppentherapie ist besonders wirksam

Ich selbst erlebe Gruppenpsychotherapie in der von mir angewendeten Form auch als eine besonders wirksame Therapie. Deswegen schlage ich Gruppentherapie oft vor, wenn schon vorher eine Psychotherapie stattgefunden hat, und noch nicht die gewünschten Verbesserungen eingetreten sind. Meine Patienten sind immer wieder überrascht, wie gut die Gruppentherapie funktioniert. Oft sage ich: „Sie ist der beste Pfeil in meinem Köcher!“

Wie wirkt Gruppentherapie?

Schwierigkeiten in Kommunikation, Beziehungen und Kontakten

Ein wesentlicher Wirkfaktor der Gruppentherapie kommt über die Beziehungsgestaltung in der Gruppe zustande.

Alle, die in der Psychotherapie mit Ängsten, Depressionen oder psychosomatischen Symptomen Hilfe suchen, haben bei genauer Betrachtung ähnliche Schwierigkeiten:

Irgendetwas im Kontakt und in der Kommunikation mit anderen läuft nicht so rund. Sie finden es z.B. oft schwer, enge und befriedigende Beziehungen zu anderen herzustellen und aufrecht zu erhalten.  Oder sie verstehen nicht immer, wieso sie nicht verstanden werden, und wie sich dieser Kontakt jetzt wieder so negativ entwickeln konnte.  Dabei kann es sich um Schwierigkeiten bei der Arbeit oder in der Beziehung handeln. Auf eine komplexe Art und Weise führen diese Schwierigkeiten zu den Symptomen, mit denen sich Patienten bei mir vorstellen.

Offene und freie Kommunikation

Wie oft haben Sie sich in Ihrem Leben gewünscht, eine Beziehung zu klären, in Ihren positiven und negativen Gefühlen ehrlich zu sein und auch eine wirklich ehrliche Antwort zu bekommen? Eine völlig offene Kommunikation ist aber in unserer Gesellschaft meist nicht möglich, denn Gefühle würden verletzt und Beziehungen zerbrächen.

Ein Labor zum Analysieren und Experimentieren

Die Therapiegruppe ist ein soziales Laboratorium. Hier können Sie analysieren und erkennen, wie Sie mit sich und dem Leben umgehen. Die Gruppe dient auch als Experimentierfeld, um neue Wege auszuprobieren. Eine ehrliche Auslotung der Beziehungen zwischen den Mitgliedern ist erlaubt und wird gefördert.

In der Gruppe können Sie viel Wichtiges über sich erfahren, wenn Sie bei sich und mit Ihren Methoden, Beziehungen zu knüpfen und Konflikte auszutragen, Schwierigkeiten bemerken. Sie können die hinter ihren (Krankheits-)Symptomen verborgenen Gefühle entdecken, um besser damit umzugehen und die Symptome wie Angst, Depression oder auch psychosomatische Beschwerden abzustreifen.

Die verschiedenen Gruppenteilnehmer unterstützen sich in diesem Prozess. Das geschieht ganz automatisch – und natürlich haben auch alle ein Interesse daran, sich gegenseitig auf die Sprünge zu helfen, da man so eng zusammen steht.

Die Unterstützung kommt oft dadurch zu Stande, dass die Teilnehmer der Gruppe für die anderen bestimmte Funktionen übernehmen, wie z.B. „Chef“ oder „Partner“: „So geht immer mein Chef mit mir um, so wie Du jetzt!“ „So fühle ich mich immer mit meinem Partner, genau wie jetzt“. Dann können wir das untersuchen. Wir sehen uns an, wer welchen Beitrag leistet, und was die einzelnen anders machen könnten. Ich rege auch zu Experimenten der Veränderung an.

Übersetzung in den Alltag

Gruppenpsychotherapie ist nicht unbedingt leicht und möglicherweise zu Zeiten auch belastend, obwohl es meist viel Freude macht, an der Gruppe teil zu nehmen (meine Patienten sprechen sogar von dem „Fun-Faktor Gruppe“!). Es ergeben sich für Sie enorme Möglichkeiten, Ihre Erfahrungen ins Alltagsleben zu übertragen, wenn Sie ihre Beziehungen zu den anderen Gruppenmitgliedern verstehen und bearbeiten. Die Gruppe bietet eine Gelegenheit, trotz Angst und Schmerz die Kommunikation in eigener Verantwortung fortzusetzen. So können Sie Wege finden, lohnenswerte Beziehungen zu wichtigen Menschen im jetzigen Leben herzustellen, auch zu Menschen in künftigen Begegnungen, und so stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl. 

Was können Sie selbst zum Gelingen einer Gruppentherapie beitragen?

Sie helfen sich selbst am besten, wenn Sie ihre Gefühle in der Gruppe offen und ehrlich direkt äußern, insbesondere den anderen Mitgliedern und mir, dem Therapeuten, gegenüber. Dies ist der Kern der Gruppentherapie. Die Gruppe ist ein Ort, wo Sie Risiken eingehen und neue Verhaltensweisen ausprobieren können, wenn Sie genug Vertrauen entwickelt haben. Für die therapeutisch wirksame Offenheit in der Gruppe brauchen verschiedene Menschen unterschiedlich lang, aber Sie erfahren von den anderen und mir viel Ermutigung, solche Schritte zu wagen. Konflikte und schwierige Gefühle werden hier nämlich nicht sanktioniert oder bestraft. Wir fragen eher nach den Auswirkungen und Folgen und versuchen, die Strukturen und Prozesse zu verstehen.

Mit welchen Herausforderungen können Sie am Anfang rechnen?

Der Anfang kann herausfordernd sein

In den ersten Sitzungen tritt gelegentlich ein Gefühl der Verwirrung auf, und es mag schwer zu erkennen sein, wie die Bearbeitung von Gruppenproblemen und Beziehungen innerhalb der Gruppe zur Lösung der eigenen Schwierigkeiten beitragen. Vielleicht erleben Sie Ärger und Frustrationen, weil ich nicht einfach die Antworten, die Sie von mir erwarten, liefere, sondern dazu anleite, selbst zu erkennen und zu verändern (obwohl das natürlich auf die Dauer autonom macht!). Vielleicht bekommen Sie ganz schön Muffensausen, wenn Sie gewahr werden, wie sich selbst auf die Schliche kommen – und auch von den anderen erkannt werden. Und es gefällt Ihnen vielleicht nicht immer, was Sie da entdecken.

Es gibt ganz viel Unterstützung!

Alle in der Gruppe wollen sich gegenseitig helfen. Ich versuche ganz gewiss, Sie in Ihrem individuellen Prozess zu sehen und zu unterstützen.

Hilfe wird Ihnen oft von anderen Patienten zuteil (wenn es auch manchmal schwer fällt, das zu akzeptieren). Sie entdecken anhand der Beobachtung der anderen, wie die Therapie hilft. Die Gruppensitzungen sind immer von Lebendigkeit, Humor und Mitgefühl getragen, was sehr hilfreich ist. Wir lachen sicher mehr miteinander als wir miteinander weinen! Häufig rege ich zu besonderen Experimenten und Übungen an, um etwas zu klären und auszuprobieren..

Geben Sie sich 12 Sitzungen Zeit!

Da Sie in der Gruppentherapie Verhaltensweisen und Einstellungen ändern wollen, die sich in vielen Jahren entwickelt haben, ist die Behandlung meist ein längerer Prozess, in dem es auch Zeiten ohne wesentliche Veränderungen geben kann. Bleiben Sie deswegen mindestens 12 Sitzungen in der Gruppe, bevor Sie sich ein Urteil erlauben, ob Ihnen die Gruppe am Ende einen Nutzen bringen wird.

Das, was zur Teilnahme an der Gruppentherapie führt, führt auch zur Beendigung

Bei fast jedem Patienten kommt der Impuls, die Gruppe zu beenden, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Das ist ganz normal.

Wenn man genau hinsieht, kann man entdecken, dass es sich bei den Gedanken, aufzuhören, um die Faktoren handelt, die am Anfang überhaupt zur Entscheidung geführt haben, an einer Therapie und Gruppentherapie teilzunehmen. Wenn man dies erkennt und bespricht, ist meist der entscheidende Schritt getan! Hier findet dann Heilung statt. Deswegen biete ich an diesem Punkt eine Einzelsitzung an, in der wir das besprechen können. Eine Entscheidung zur Beendigung der Gruppentherapie sollte immer nach einer Einzelsitzung getroffen werden.

Manchmal empfehle auch ich die Beendigung der Gruppe. Das bespreche ich persönlich mit Ihnen, und teile Ihnen dann auch meine Ideen mit, was sonst gut für Sie sein könnte.

Für die Gruppentherapie möchte ich folgende Anregungen geben:

  • Nichts ist wichtiger, als Beobachtungen und Gefühle sich selbst und andere in der Gruppe betreffend ehrlich mitzuteilen. Konzentrieren Sie sich auf das „Hier und Jetzt“.
  • Übernehmen Sie persönliche Verantwortung und geben Sie nicht anderen die Schuld.
  • Vermeiden Sie es, Abhängigkeit zu fördern, indem Sie Vorschläge machen, berichten Sie eher aus dem eigenen (Gefühls-)erleben.
  • Lernen Sie, anderen zuzuhören.
  • Machen Sie sich sowohl Gefühle wie auch Gedanken bewusst.
  • Versuchen Sie mit neuen Verhaltensweisen zu experimentieren. Dabei ist es gut, sich etwas aus der „Komfortzone“ heraus zu wagen, um neue Erfahrungen zu ermöglichen
  • Nehmen Sie am Gruppenprozess teil, indem Sie so genau wie möglich sagen, was Sie meinen, es direkt sagen und so bald wie möglich mitteilen. Teilen Sie die Gefühle mit, ohne sich um das Warum zu kümmern, sondern nur um das Was oder Wie. Es geht nicht um Wertungen. Denken Sie über die Mitteilungen der anderen nach, ohne in Abwehrstellung zu gehen, gebrauchen Sie keine Ausreden und bitten Sie um Klarstellung wenn nötig.

Mehr zur Gruppentherapie finden Sie unter dem Stichwort in den Blogbeiträgen.